Von Trauer und dem Leben in zwei Welten

Hallo Ihr Lieben,

zur Zeit bin ich viel in Gedanken versunken und sinniere melancholisch vor mich hin. Das hat hauptsächlich den Grund, dass meine geliebte Omi nun leider von uns gegangen ist.

Die Nachricht kam nicht überraschend und war trotzdem schockierend. Jetzt ist sie plötzlich nicht mehr da. Einfach so. Kein Anruf mehr, keine Post von ihr. Auch Fotos von den Kindern kann ich ihr nicht mehr schicken.

Eine kurze Zeit hatte ich noch die Hoffnung, dass sie sich wieder etwas fängt und nochmal neuen Lebensmut bekommt. Aber das war nicht der Fall.

Als der Anruf kam, war es bei uns sehr früher Morgen. Alles war dunkel und leise. Den einzigen Gedanken den ich hatte war: Warum bleibt die Welt nicht für einen einzigen Moment stehen? Warum geht das Leben einfach so spurlos weiter, wo doch ein so wichtiger Mensch nun nicht mehr da ist? Keine Antwort. Schweigen.

Ich hatte das Glück noch am Tag vor ihrem Tod mit ihr telefonieren zu können. Es war kurz, sie konnte nicht mehr alles verstehen und auch ich habe von ihr nicht alles verstanden. Aber eines konnte ich ihr noch sagen: Dass ich sie liebe – von Herzen. Sie hat es verstanden. Und ich bin froh noch diese Chance gehabt zu haben.

Auf dieser Seite der Erdkugel zu wohnen und zu wissen, dass auf der anderen Seite ein geliebter Mensch stirbt ist hart. Sehr hart.
Man möchte bei diesem Menschen sein, aber leider geht das nicht immer. Es steht nicht das Auto vor der Tür das einen in ein paar Stunden hinbringen kann. Kein Zug fährt. Es ist ein f*cking großer Ozean dazwischen, der nicht mal schnell überquert werden kann. Es ist so frustrierend. Man fühlt sich hilflos.

Das Leben hier ist schön. Das macht es fast noch schwerer. Es geht uns gut und das macht mir ein ekelig schlechtes Gewissen. Wie kann man trauern und gleichzeitig glücklich sein? Ein Paradoxon.
Meine Kinder lachen und freuen sich wieder hier zu sein. Oft schaue ich sie an und schreie innerlich, dass sie aufhören sollen. Natürlich tue ich das nicht. Zum Glück.
Manchmal vergesse ich für einen Moment meine Trauer und freue mich mit ihnen. Ein kleiner Trost.

Am anderen Ende der Welt stirbt ein geliebter Mensch. Die Welt dreht sich weiter. Gut oder schlecht? Darauf habe ich keine Antwort.

Ein kleiner Trost bleibt. Und die Erinnerung. Vor allem die Liebe.

Janine

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8 Kommentare zu “Von Trauer und dem Leben in zwei Welten

  1. Hi Janine,
    I only just got around to reading your blog today…my deepest, deepest sympathies for your loss. I know how much your Oma meant to you, how much you loved each other. Your blog on the 9th said it all- the love is clearly apparent and very heartwarming.
    Big hugs to you and the family-
    Love, Marilyn

    • Hi Marilyn,
      Thank you so much for your kind words. I really appreciate it.
      Btw: I got your e-mail! I promise I will write back anytime soon. It happens that I am really busy these days – sorry about the delay.
      XOXO Janine

      • Hi Janine,
        We leave for Berlin on Saturday- but are always reachable by email:-)
        Thinking of you and wishing you less stressful days soon!
        Hugs, Marilyn

      • Hi Marilyn,
        Thanks for letting me know!
        Wishing you a „not so stressfull move“ (I know, almost impossible!) and we keep in touch.
        XOXO, Janine

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