Eine Hommage an Omi

Hallo Ihr Lieben,

wie Ihr vielleicht wisst, war ich vor kurzem alleine in good old Germany.
Das haben wir nun als Familie wiederholt. Leider hatte dies keinen allzu schönen Hintergrund, aber ich erzähle einfach mal:

Meine geliebte Omi wird nun auch immer betagter und es kam wie es kommen musste: sie ist in ein Seniorenheim umgezogen. Dies fiel und fällt ihr allerdings noch schwer zu akzeptieren. Was ich auch verständlich finde, wenn man sein Leben lang auf eigenen Beinen gestanden hat und nun einen Teil seiner Selbstständigkeit wieder abgeben muss.
Daher haben wir als Familie beschlossen, noch einmal gemeinsam nach Deutschland zu fliegen und zu helfen; seelisch und körperlich unterstützend. Ich kann nur sagen: es waren sehr intensive 2,5 Wochen die wir dort verbrachten.
Aber dafür haben wir sehr viel geschafft: Wir haben jeden Tag meine Omi besucht, viele administrative Dinge erledigen können und die Wohnung für die Übergabe an die Eigentümer vorbereitet.

Das Ausräumen der Wohnung hat eine wahre Flut an Erinnerungen bei mir hervorgeholt. Meine Kindheit und Jugend habe ich mit all diesen Dingen verbracht. Die vielen Fotos sind Zeugen davon. Aber auch meine Omi als junge Frau und später in reiferem Alter nochmal betrachten zu können war äußerst berührend. Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Und Omi: Du warst ein ganz schön heißer Feger – wie man so sagt.
Das was wir behalten konnten, habe ich sorgfältig eingepackt und zwischengelagert. Nichts Wichtiges soll verloren gehen. Und man glaubt nicht, wie viel man auf knapp 65qm unterbringen kann!

Die Besuche bei meiner Omi haben mich auch tief berührt. Mit ein paar lieben Worten und Hand halten kann man dennoch so viel Liebe zeigen. Manchmal habe ich sie auch nur angeschaut und ihre Wange gestreichelt. Oft hat sie geschlafen wenn wir dort waren.

Meine Omi hat ein sehr bewegtes Leben hinter sich: Krieg, Flucht, Hunger, Heirat, Kinder, Enkelkinder und vieles mehr. Oft hat es am Geld gefehlt, aber irgendwie hat sie es immer geschafft. Auch das haben die vielen Fotos erzählt.
Irgendjemand sagte mir mal, dass Fotos nicht für den derzeitigen Augenblick, sondern für die Zukunft von Bedeutung seien. Dieser Ausflug in die Vergangenheit hat mir dies mit Nachdruck gezeigt. Es stimmt absolut.

Liebe Omi: Ich bewundere Dich für Deine Stärke all das, was Du in Deinem Leben erlebt hast, gemeistert zu haben. Vielen Dank für Deine Liebe und Geborgenheit in all den Jahren. Du hast einen großen Teil daran, dass ich geworden bin, was ich nun bin. Ich hätte es nicht besser haben können als mit Dir – dafür danke ich Dir!
Es war so schön Dich mit Deinen Urenkeln zu sehen – unser kleiner Rabauke hat Dich gleich ins Herz geschlossen und auch wenn unsere Große ein wenig schüchtern war, so fragt sie oft nach Dir und wie es Dir geht.
Omi, halte noch ein wenig durch – nächstes Jahr kommen wir schon wieder nach Deutschland zurück und wir wollen gerne mit Dir unsere Rückkehr feiern.

Omi, ich hab Dich ganz doll lieb!

Dein Marienkäfer

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2 Kommentare zu “Eine Hommage an Omi

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