The Amish Farm

Hallo Ihr Lieben,

rund 2,5 Autostunden von hier aus in Richtung Norden liegt Lancaster – auch genannt „Dutch Country“. Bekannt ist Lancaster vor allem durch die hohe Besiedlung der Amish in der Umgebung.

Die Amish sind eine tiefreligiöse, christlich-protestantisch geprägte Glaubensgemeinschaft. Ihr Ursprung liegt in der Glaubensrichtung der Mennoniten, eine evangelikale Freikirche die sich aus der Täuferbewegung entwickelt hat. Der Namensgeber der Amish war der Schweizer Mennonit Jakob Amman.
In die Staaten kamen die Amish zu Beginn des 18. Jahrhunderts aufgrund religiöser Verfolgung. Hier in der neuen Welt konnten sie frei ihren Glaubenssätzen nachgehen.
Die Amish lassen sich sehr schnell anhand ihrer äußeren Erscheinung erkennen. Die Frauen tragen allesamt lange Kleider – meist in blau und eine kleine Kopfbedeckung, eine Haube. Die Männer kleiden sich mit Hemden und dunklen Hosen mit Hosenträgern. Meist tragen sie Hüte und die älteren Männer einen Bart.

Wir haben eine Führung auf einer öffentlich zugänglichen Amish Farm gemacht. Selbstverständlich gibt es in der Umgebung viele weitere Attraktionen rund um das Leben dieser strenggläubigen Menschen. Auch wenn ein wenig der Eindruck von „Geldmacherei“ entsteht, so ist es interessant mehr über diese Lebensweise zu erfahren.
Die Amish verzichten noch immer –vor allem in sehr konservativen Gruppierungen – auf den Gebrauch von jeglichen motorbetriebenen Fortbewegungsmitteln. Hauptsächlich wird mit Kutschen und Pferden gefahren. Auch in vielen anderen Lebensbereichen verzichten sie auf Neuerungen: Auf Strom wird hauptsächlich verzichtet sowie auf Telefone und sonstige Kommunikationsmedien. Selbst Fotos sind streng untersagt. Als beispielsweise vor einiger Zeit in den USA zwei kleine Amish Mädchen entführt wurden, konnten die Eltern der Polizei keine Fotos für die Suche zur Verfügung stellen.
Das Leben der Amish ist einfach und klar strukturiert. Die Landwirtschaft prägt ihr Leben als Hauptertragsquelle. Die Frauen sind zuständig für die Hausarbeit und das Erziehen der Kinder. Die Kinder gehen auf eigens eingerichtete Schulen, die nur aus einem Klassenraum bestehen, bis zur 8. Klasse. Es gibt keine Weiterbildung in Richtung weiterführende Schule oder gar Universität.
Eine „Kirche“ im klassischen Sinne sucht man vergebens. Die Amish treffen sich mit anderen Amish-Familien zu Hausgottesdiensten, bei denen sich die Familien als Gastgeber abwechseln. Gehalten werden die Gottesdienste in „Dutch“, was sich nicht aus dem Niederländischen ableitet, sondern „Deutsch“ heißen soll. Es ist ein altdeutscher Dialekt den jedes Amish Mitglied von Kindheit auf, neben Englisch, lernt.

Interessant finde ich noch, daß es den Frauen verboten ist Knöpfe zu tragen. Da dies als Schmuck angesehen wird, und Schmuck in jeglicher Sicht untersagt ist, werden die Kleider nur mit Nadeln gehalten. Bei Kindern wird eine Ausnahme gemacht, bei Männern merkwürdigerweise ebenso. Die Kleidung wird von Hand von den Frauen / Müttern selbst genäht. Die Männer hören erst nach der Hochzeit auf sich den Bart zu rasieren, deshalb sieht man oft noch jüngere Männer ohne Bart.

Einige von Euch haben vielleicht schon von dem sog. „Rumspringa“ gehört. Das ist eine Zeit bei den Jugendlichen der Amish (ab ca. 16 Jahren), in denen es Ihnen erlaubt ist die „Welt“ zu entdecken. Sie dürfen ausgehen, sich verabreden, ins Kino oder auch wegfahren. Danach allerdings müssen sie sich entscheiden, ob sie der Gemeinschaft der Amish angehören oder diese für immer verlassen möchten. Die meisten entscheiden sich zu bleiben…
Für Interessierte hier noch ein Link zu Lancaster und Umgebung: http://www.discoverlancaster.com/towns-and-heritage/amish-country/index.asp

Eigentlich müsste an dieser Stelle noch Fazit meinerseits folgen, doch ich möchte mich lieber enthalten – getreu dem Motto: „Urteile nicht über jemanden in dessen Schuhen Du nicht gelaufen bist.“

2015_Amish Farm

In diesem Sinne alles Liebe,

Janine

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2 Kommentare zu “The Amish Farm

  1. Mmh…ich kann mich irgendwie nicht entscheiden, ob ich das gut oder beängstigend finde. Es erinnert mich an George aus dem Dschungel…wie soll man denn als Jugendlicher damit klar kommen, wenn dann auf einmal so viele Eindrücke auf einen einprasseln?? Kein Wunder, dass die meisten sich entscheiden dort zu bleiben.
    Und Fortschritt ist schließlich auch etwas positives, oder? Sonst könnte ich ja Deine ganzen Eindrücke gar nicht lesen…
    Liebe Grüße von der die mit Strom arbeitet und Auto fährt 😉

    ….Aber Burnout gibt es dort sicher nicht…;-) ??

    • 😉 Nein, ich denke Burnout ist dort eher nicht so bekannt…
      Aber ich finde Fortschritt ebenfalls nicht nachteilig – ha, sonst könnte ich Euch alle nicht an unserem Leben teilhaben lassen. Und ohne Auto wären wir hier ziemlich aufgeschmissen… 😉 LG nach Kölle!

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