Winter Storm

Hallo Ihr Lieben,

mittlerweile ist es März geworden und, obwohl wir hier im Sommer fast schon tropisches Klima haben, hört der Schnee momentan nicht auf.
Vorgestern gab es schon wieder eine „Winter Storm Warning“. Leider sind die Wettervorhersagen hier ziemlich genau… Es gab – wieder einmal – einen Haufen Schnee und der vorher einsetzende Regen machte die Straßen zu einer gigantischen Rutschbahn.
Interessant dabei ist, dass es hier einige Tage vorher noch frühlingshafte 16°C waren. Das Wetter schwingt aber in dieser Region urplötzlich um und schnell hat man dann -10°C. Zack, einfach so.

In Deutschland ist man ja auf Schnee und Eis recht gut eingestellt – nicht, dass es hier nicht so wäre. Man geht einfach anders damit um. Ein paar Beispiele:
Winterreifen gibt es hier nicht. Wenn man ganz viel Glück hat, hat man Allwetterreifen. Die meisten fahren aber mit Sommerreifen herum. Die typisch deutsche Handhabe, zweimal im Jahr die Reifen zu wechseln, wird nur milde belächelt. Dafür kann man hier die Autos schlittenfahren sehen…

Die Stromversorgung ist oberhalb der Erde verlegt. Auch in den Städten. Das sieht bisweilen ein wenig kriminell aus, zumal die Leitungen auch gerne quer durch Bäume gezogen werden. Zum Nachteil ist, dass bei heftigen Unwettern die Stromversorgung mitunter für ganze Stadtteile und für mehrere Tage ausfallen kann. Zum Glück waren wir bis dato noch nicht davon betroffen!

Die Webseite der US-Bundesregierung stellt ein Ampelsystem bereit, das die entsprechende Wetterlage spiegelt (www.opm.gov). Man kann sich dort registrieren und bekommt sofort Nachricht falls sich Unwetter ankündigen. Hier bedeutet das nämlich, dass man deswegen zum Teil nicht zur Arbeit muss (zumindest was alle öffentlichen Stellen angeht). Dasselbe gilt für den Schulbetrieb: Entweder fällt die Schule ganz aus, oder man kann sein Kind erst später hinbringen bzw. abholen. Das hängt von der Schwere des Unwetters ab. Besonders toll ist das natürlich für die Eltern, die nicht in staatlichen Stellen arbeiten, denn dort geht der normale Arbeitsalltag weiter. Wie die das hinbekommen (mit in der Regel nur 10 freien Tagen pro Jahr!) ihre Kinder unter zu bringen ist mir völlig schleierhaft. Aber es funktioniert irgendwie.

Was ich persönlich aber am lustigsten finde, ist der Umgang mit dem Schnee an sich. Je nachdem wo man wohnt, kommt das Räumfahrzeug gerne die ganze Nacht hindurch. Da die Häuser nur in Leichtbauweise hergestellt werden, hört man sie eigentlich jedes Mal durchs Schlafzimmer fahren.
Interessant dabei ist, dass es privatisiert ist. Wer zahlt, bekommt die Straße geräumt. Hier im Viertel heißt das, einige Straßen sind komplett frei, andere völlig verschneit. Bei einigen ist es so schlimm, da wird schon das Öffnen des Garagentores zur Herausforderung.
Was auch immer schön ist: Gerade wenn die Garageneinfahrt, das Auto oder den Fußweg zum Haus freigeschaufelt ist, kommt das nächste Räumfahrzeug und schiebt den Schnee wieder vor das Haus, vor das Auto oder was auch immer. Die erhobenen Fäuste und hinterherbrüllenden Leute, die verständlicherweise aufgebracht sind, werden völlig ignoriert.
Unsere Nachbarin ist übrigens auch eine fleissige „Schnee-Schüpperin“. Manchmal – ich bin jetzt mal ganz ehrlich – laufe ich extra zum Fenster um zu sehen, wie sie (und einige andere Nachbarn) sich aufregen, wenn die Straße mal wieder gereinigt wurde. Eigentlich warte ich nur darauf, dass irgendjemand den „Schneeräumer“ aus seinem Fahrzeug rausholt und die Meute über ihn herfällt. Aber erstaunlicherweise haben die Amerikaner eine Gelassenheit, die uns Deutschen manchmal fehlt…

2014_Winter Storm

In diesem Sinne alles Liebe

Janine

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