Driving in the USA

Hallo Ihr Lieben,

wenn man in Deutschland aufgewachsen ist, ist man es gewohnt viele Dinge zu Fuß oder mit dem Rad zu erledigen. Das ist hier anders. Hier wird so gut wie alles mit dem Auto gemacht. Vom Kind in den Kindergarten bringen über Besuche bei Freunden bis hin zum Einkaufen von Lebensmitteln – alles wird mit dem Auto erledigt. Sogar das Geldabheben bei der Bank wird aus dem Auto heraus getätigt. Hier gibt es „drive-through“- Geldautomaten. Das ist kein Witz – vergleichbar mit einer Tankstelle fährt man vor, kurbelt das Fenster herunter und schiebt seine Karte in den Schlitz. Fertig. Man muss nicht einmal aussteigen.
Wie Ihr wisst, haben wir es nicht weit zum nächsten Supermarkt. Theoretisch ist dieser auch fußläufig erreichbar. Trotzdem sprechen viele Faktoren gegen den Einkauf zu Fuß: zum einen sind die Verpackungen deutlich größer als in Deutschland. Zum anderen ist die Parkplatzsituation vor den Supermärkten in der Regel mehr als großzügig. Außerdem gibt es in den meisten Wohnvierteln keine Bürgersteige. Das zusammengenommen lässt einen schnell den einfachsten Weg wählen – den mit dem Auto.
Allerdings ist das Autofahren hier trotzdem ein wenig anders als ich es gewohnt bin. Es ist alles ein wenig größer: die Autobahn hat beispielsweise in vielen Fällen 6 Spuren. Überholen darf man auch von rechts. Und Zu- und Abfahrten gibt es von der rechten als auch von der linken Spur. Das ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, zumal dadurch auch kurzfristig die Spur gewechselt wird (auch gerne ohne Blinker). An gewöhnlichen Kreuzungen ist es in der Regel erlaubt auch bei rot rechts abzubiegen, wenn es der Verkehr zulässt. Allerdings habe ich mir jetzt auch angewöhnt, etwa eine halbe Autolänge vor der Haltelinie zu stoppen. Linksabbieger schneiden hier nämlich unglaublich gerne die Kurven und so manches Mal dachte ich, gleich ist die Kühlerhaube weg.
Etwas ungewohnt, aber mittlerweile sehr von mir geschätzt, ist die Positionierung der Ampelanlagen an Kreuzungen. Die Ampeln hängen gegenüber auf der anderen Seite, oberhalb der Kreuzung. Das hat den Vorteil, dass man immer die Ampel problemlos aus dem Auto erkennen kann. In Deutschland habe ich mir oft den Hals verrenkt, wenn ich vorne an der Haltelinie stand…
Hier gibt es übrigens kein rechts vor links. In Wohngegenden hat man entweder Vorfahrt, oder es gibt ein Stoppschild. Oft gibt es auch 4-way Stopps, das heißt alle müssen halten und der der zuerst gekommen ist, darf zuerst fahren. In Deutschland unvorstellbar – hier funktioniert das sehr gut.
Tanken ist hier ein kleines Kapitel für sich: Man tankt und bezahlt direkt an der Zapfsäule mit der Kreditkarte. Auch das hat Vor-und Nachteile. Zum einen braucht man eine Kreditkarte. Zum anderen funktioniert hier fast jede Tankstelle etwas anders, was einen manchmal ein wenig verstören kann. Auf der anderen Seite muss man nicht in der Warteschlange stehen und das Kind darf im Auto sitzen bleiben. Denn hier ist es nicht erlaubt, Kinder alleine im Auto zu lassen – auch nicht für zwei Minuten.
Grundsätzlich macht das Autofahren hier viel Spaß. Der Verkehr ist zwar in und um die Großstädte herum sehr dicht, aber es wird meist nicht sehr aggressiv gefahren. In Deutschland regt man sich schnell auf, wenn jemand nicht blinkt beim Spurwechsel, oder kurz auf der Straße zum ausladen stehen bleibt. Hier wird das mit Gelassenheit hingenommen. Ich finde das sehr entspannt und durch das Tempolimit auf den Autobahnen, kann man bei guter Lage ruhig vor sich hin-„cruisen“.
An die Kreisverkehre musste ich mich allerdings sehr gewöhnen. Auch wenn alles beschildert und die Vorfahrt grundsätzlich geregelt ist, herrscht Anarchie. Wer zuerst kommt hat Vorfahrt und wenn einem plötzlich ganz links auffällt, dass man rechts raus muss, wird komplett geschnitten. Naja, aber wie ich gehört habe – man gewöhnt sich an alles.

Nun ein paar kleine Impressionen von Amerikas Straßenwelt:

2014-01-15_Driving in the USA

In diesem Sinne alles Liebe
Janine

7 Kommentare zu “Driving in the USA

  1. Hi Janine!
    I would so love to send this onto my Fahrlehrer aus Berlin.. he never believed any of my stories about driving in the USA- he absolutely refused to accept that there is no right- before- left- rule! I am really sure that I had to take extra hours of driving lessons becaúse of that…
    Love, Marilyn

    • Hi Marilyn!
      Please send this to your „Fahrlehrer“ – if you are still in contact ;). And let him know I will answer all his questions regarding the way they are used to drive over here. Poor thing he didn’t believe you… Big hugs, J.

    • but a four way stop would never work in Berlin nor Germany…. so for us the right before left rule is even difficult enough (I know, I am living in a strict right before left quarter – an believe me, not many obey this rule… 😉 )

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