Ankommen, heimkommen, zu Hause sein…

Hallo Ihr Lieben,

eine Frage, die mir in letzter Zeit immer wieder gestellt wurde und die ich mir auch selbst immer wieder stelle, möchte ich heute versuchen zu beantworten:
Die Frage lautet: „Seid Ihr nun richtig angekommen – fühlt Ihr Euch jetzt zu Hause?“ Ein simple Frage, die doch so schwer zu beantworten ist…

Bei einem Vorbereitungskurs für diesen Auslandsaufenthalt habe ich mich mit einer Frau unterhalten, die schon einige Auslandsaufenthalte hinter sich hatte. Sie gab mir den Hinweis, dass ich derart viel zu tun haben werde und so viele Eindrücke auf mich zukommen, dass ich keine Chance habe wirkliches Heimweh zu entwickeln oder mir darüber großartig Gedanken zu machen. Bis dato kann ich ihr dem zum Großteil beipflichten, allerdings kehrt nach den ersten Monaten nun doch manchmal eine Art Wehmut / Heimweh ein.

Momentan habe ich ziemlich gut zu tun: Kind in den Kindergarten bringen & abholen, Veranstaltungen besuchen und selbst vorbereiten, Blog schreiben, Arzttermine, Einkaufen, kochen & Haus putzen, Korrespondenz & organisatorische Aufgaben. Hinzu kommen noch: Ausflüge / geführte Touren (die ich jetzt noch machen möchte und kann), Telefonate mit der Familie und, und, und. Da bleibt wirklich nicht viel Zeit zum Nachdenken. Ich bin aber ehrlich froh über die vielen Aufgaben; die Vorstellung nur zu Hause zu sitzen und zu grübeln wäre für mich erschreckend.

Unser Anfang hier war sehr turbulent: wochenlanges wohnen im Hotel und warten auf den Container mit unseren Möbeln. Ein Kleinkind, das völlig verängstigt war und viel geschrien hat. Organisatorische Abwicklungen mit der Hürde der – wenn auch bekannten, doch immer noch – fremden Sprache. Tiere und Insekten, von denen ich dachte die gibt es nur im Fernsehen. Ein großes Haus das fremd riecht und sich fremd anfühlt und – ohne Möbel – sehr einsam wirkte. Und horrende Rechnungen, die irgendwann kaum mehr zu bezahlen waren. Die Suche nach geeigneten Ärzten mit wochenlangen Wartezeiten für den ersten Termin – wir sind hier schließlich Ausländer, da wird erst mal geprüft, ob wir berechtigt sind. Ich kann Euch sagen, es gab viele Momente in denen ich wieder zurück wollte. Aber wie es meistens so ist – es wurde besser mit der Zeit.

Unser alltägliches Leben hat sich nun hier eingespielt. Wir wissen wo, was und wie wir einkaufen können, haben schon viele Kontakte geknüpft und sehr nette Menschen kennengelernt, und in unserem neuen zu Hause bzw. Haus fühlen wir uns wohl. Mit der Sprache kommen wir auch immer besser zurecht. Vom objektiven Standpunkt aus betrachtet, sind wir also „angekommen“. Ist das eine ausreichende Antwort auf die Frage? Ich weiß nicht so recht…
Ich weiß aber, dass es zwar immer wieder nochmal Tiefpunkte gibt an denen ich das Handtuch werfen möchte. Ich weiß, dass es immer wieder Momente geben wird in denen ich mir die deutsche „Gründlichkeit“ und Mentalität zurückwünschen werde – und deutsche Lebensmittel!
Ich weiß aber auch, dass es sehr gute Tage geben wird. Ich weiß, dass es jeden Tag ein bisschen besser wird und dass ich ganz viele tolle Menschen um mich habe, die mir helfen wenn ich es brauche.

Aber vor allem – und das ist das Wichtigste – weiß ich, dass meine liebsten Menschen auf mich warten und bei mir sind. Und das macht für mich das „Ankommen“, das „zu Hause sein“ aus: meine kleine Familie.
Ich glaube, ich bin hier angekommen….

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Weihnachtsfest, ein gutes „ankommen“ zu Hause und ein glückliches Jahr 2014.
Ich mache jetzt eine kleine Pause und melde mich Anfang nächsten Jahres wieder.

2013-12-23_Ankommen, heimkommen

Janine

4 Kommentare zu “Ankommen, heimkommen, zu Hause sein…

  1. ach— kann man Rocher und Küßchen auch in den USA kaufen? 😉

    Ein sehr schöner Post, der auch die Startschwierigkeiten nicht verschweigt. Und dennoch: alle Deine liebsten Menschen unterm gemeinsamen Dach, nicht alles erklären müssen, verstanden werden – das ist ZUHAUSE, nicht unbedingt ein bestimmter Ort.

    Habt schöne Festtage!

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